Umfrage Gemeinsam Bauen & Wohnen 2025
Umfrage Gemeinsam Bauen & Wohnen 2025
Ergebnisse
Wir haben im März 2025 eine Online-Umfrage durchgeführt. Genaugenommen zwei: eine für Einzelpersonen und eine für Wohnprojekte.
Die Umfrage war ursprünglich als Mitgliederbefragung konzipiert, die Einzelpersonen-Umfrage haben wir aber auch über unseren Newsletter und somit auch an interessierte Nicht-Mitglieder verschickt. Die Ergebnisse liefern dem Vorstandsteam der IniGBW wertvolle Einblicke und geben uns Hinweise, in welche Richtungen wir die IniGBW weiterentwickeln sollen. Danke an alle, die mitgemacht haben!
Wir können hier nur einen kleinen Teil der Ergebnisse wiedergeben. Diese Umfrage ist keine wissenschaftliche Befragung und wurde nicht designt, um wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen. Dementsprechend sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren.
Umfrage für Einzelpersonen
176 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. Der größte Teil davon ist auf die eine oder andere Art Mitglied der IniGBW (mind. 135 Personen; nicht alle Wohnprojekt-Bewohner:innen wussten, ob ihr Wohnprojekt Mitglied in der IniGBW ist). Personen, die in einem Wohnprojekt leben oder leben wollen, sind in der Überzahl (161 Personen). Für die meisten anderen ist es eine Option, aber nicht das erklärte Ziel. Das heißt für die Interpretation der folgenden Ergebnisse: Die Befragten haben eine sehr große Affinität zum Thema.
Was ist Deine/Ihre Motivation in einem Wohnprojekt zu leben?
Das Miteinander und die Gemeinschaft sind die wichtigste Motivation. Auffallend ist, dass partizipative Planung oder individuelle Wohnungsplanung für eine Minderheit der Befragten von Bedeutung sind. Dazwischen rangieren die Motivationen „Selbstermächtigung“ und „Ideen umsetzen“.
Die Motivation „Vorsorge für das hohe Alter“ ist im Durschnitt von geringer Bedeutung. Die Bedeutung nimmt zwar mit dem Lebensalter zu, liegt aber auch bei den Personen ab 65 nur bei 41 %.
Diagramm: Was ist deine/Ihre Motivation in einem Wohnprojekt zu leben?

An welchen Themen hast du/haben sie gerade besonders Interesse?
Diese Frage war eingebettet in Fragen zu themenbezogenen Veranstaltungen der IniGBW. Damit kann aus der Beantwortung der Auftrag herausgelesen werden, sich als IniGBW mit diesen Themen verstärkt zu befassen und dazu Veranstaltungen anzubieten.
Fragen zu Gemeinschaft und Selbstorganisation führen hier die Liste an. Bemerkenswert ist, dass die Wirkung nach außen von sehr hohem Interesse ist. Auffallend ist, dass eher „technische“ Themen wie Rechtsthemen, Finanzen oder Haustechnik weniger „nachgefragt“ werden. Eine mögliche Interpretation ist, dass Gemeinschaftsthemen erstens alle Bewohner:innen betreffen und zweitens kontinuierlich bzw. wiederkehrend zu bearbeiten sind, wogegen „technische“ Themen meistens von einigen wenigen „Spezialist:innen“ versorgt werden und die meisten Bewohner:innen/Mitglieder damit wenig befasst sind.
Diagramm: An welchen Themen hast du/haben sie gerade besonders Interesse?

Viele dieser Themen waren schon Thema von Veranstaltungen der IniGBW.
Wofür soll die IniGBW sich einsetzen?
Hier wurde von den Teilnehmer:innen eine Gewichtung zwischen 0 (nicht wichtig) und 3 (sehr wichtig) vorgenommen. In der Spinnennetz-Grafik ist der durchschnittliche Wert dargestellt. Am meisten Zuspruch bekam „Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung für Gemeinden und Kommunalpolitik“ (2,55). Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung für andere Akteure und Policy-Ebenen haben einen etwas geringeren Zuspruch bekommen.
Die IniGBW ist in diesem Feld schon aktiv. Im Jahr 2025 wird das Projekt BaCh durchgeführt, dass sich gezielt an die Kommunalpolitik wendet.
Diagramm: Wofür soll die IniGBW sich einsetzen?

Die Umfrage war umfangreicher als diese kurze Darstellung. Wir werden die Umfrage noch detailierter auswerten und die Ergebnisse in die Entwicklung der IniGBW einfließen lassen.
Wohnprojekte-Umfrage 2025
Die Wohnprojekte-Umfrage wurde als Mitglieder-Befragung durchgeführt – alle teilnehmenden Projekte sind Mitglied in der IniGBW. Von denen haben 25 Wohnprojekte teilgenommen (59,5 %). Die Fragebögen sollten pro Wohnprojekt einmal ausgefüllt werden. Versehentliche Mehrfacheingaben wurden manuell zusammengeführt.
Die 25 Wohnprojekte „repräsentieren“ 1762 Personen (gem. Selbstauskunft), davon 560 Kinder. Von den 25 Wohnprojekten sind drei noch in der Planungs- oder Bauphase. Wenn man bei diesen die „Zielgröße“ (die auch abgefragt wurde) heranzieht, kommt man auf eine durchschnittliche Wohnprojekt-Größe von 75 Bewohner:innen. Das kleinste Projekt hat 14, das größte 110 Bewohner:innen.
Gegenseitige Unterstützung im Wohnprojekte-Netzwerk
Eine der wichtigsten Aufgaben der IniGBW ist die Vernetzung der Wohnprojekte. Dazu gehört die gegenseitige Hilfe, die meist in Form von Wissensaustausch zu bestimmten Themen besteht. So geben 88 % der Wohnprojekte an, schon einmal Unterstützung von anderen Wohnprojekten bekommen zu haben. Umgekehrt geben 72 % an, schon andere Projekte unterstützt zu haben. Dabei ging es um eine ganze Bandbreite von Themen: Rechtsform, Statuten, Finanzen. Selbstorganisation, Konfliktbearbeitung, Gemeinschaftsräume… Häufig findet Erfahrungsaustausch in Form von Hausführungen statt.
Unterstützung durch die IniGBW haben gem. den Antworten 52 % der befragten Wohnprojekte bekommen. Hier sind neben fachlicher Hilfestellung vor allem die Bewerbung bei der Mitgliedersuche oder der Wohnungsnachfolge zu nennen.
Bei all diesen Fragen ist anzumerken: Austausch und Wissenstransfer geschehen oft informell. Die Personen, die für die Wohnprojekte Auskunft gegeben haben, dürften in der Regel über alle Aktivitäten in der Geschichte ihres Wohnprojekts Bescheid wissen. Deshalb sind diese Antworten mit großer Vorsicht zu interpretieren. Was aber gezeigt werden kann, ist, dass gegenseitige Unterstützung überwiegend Wissens- und Erfahrungsaustausch bedeutet. Das zu unterstützen ist seit jeher eines der Hauptziele der IniGBW.
Leichter zu erfassen ist die Frage nach bestehenden Kooperationen mit anderen Wohnprojekten. So gibt es etwa eine dauerhafte Kooperation der BROT– bzw. der habiTAT-Wohnprojekte in ihren jeweiligen Verbänden. In der Seestadt (Wien) verwalten mehrere Wohnprojekte einen gemeinsamen Hof mit Grünflächen. Im Sonnwendviertel (Wien) gibt es hausübergreifendes Car-Sharing. Andere Wohnprojekte unterstützen andere Baugruppen laufend im Aufbau und der Projektwicklung. Wohnprojekte, die auf Alternative Finanzierungen setzen, kooperieren im Projekt „Krötenwanderung“.