Lernreise: Quartiersentwicklung mit Baugemeinschaften in Tübingen
Veranstaltungsdetails
- Datum & Uhrzeit:
- 25. Juni 2026 - 00:00 bis 26. Juni 2026 - 00:00
- Ort:
- Tübingen, Deutschland
- Veranstalter:
- Weiterwohnen in Kooperation mit Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen
Vom 25. bis 26. Juni fand eine Lernreise in die Hochburg des gemeinschaftlichen Wohnens, in die Universitätsstadt Tübingen in Deutschland, stattm organisiert vom Verein Weiterwohnen (www.weiterwohnen.eu), Regionalpartner der IniGBW in Vorarlberg, Die Teilnehmer:innen setzten sich aus Gemeindevertreter:innen, Planer:innen, Berater:innen und Baugruppeninteressierten zusammen.
In der 90.000 Einwohner Stadt erfolgt seit mehr als 20 Jahren Stadtentwicklung gezielt mit Baugemeinschaften/Baugruppen. Denn mit Baugemeinschaften lassen sich die städtebaulichen Ziele wie die Entwicklung von Brachflächen, kleinteilige Nutzungsmischung, Stadt der kurzen Wege, soziale Vielfalt, urbane Dichte statt urban sprawl, architektonische und konzeptionelle Vielfalt und Stadtviertel mit hoher Identifikation sehr gut erreichen.
In der Stadt gibt es mehr als 200 Baugemeinschaftsprojekte, wovon ca. 20 Projekte mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten im engeren Sinn vergleichbar sind. Cord Soehlke, der Baubürgermeister, informierte die Teilnehmer:innen ausführlich über die Erfahrungen und Strategie der Stadt. Die Beauftragten für Wohnraum und barrierefreies Bauen informierten über die neue von der Stadt Tübingen gegründete Dachgenossenschaft. Die Strategie der Stadt besteht vor allem darin, Grundstücke aufzukaufen und nach dem „Konzeptverfahren“ zu vergeben. Das beste Konzept gewinnt, wobei es immer darum geht, welches Konzept den höchsten Beitrag für die Entwicklung der Stadt und die Vielfalt und Qualität des gesamten Viertels erzeugt. Immer wichtiger wird seit 2015 bezahlbarer Wohnraum. Und seither fand auch eine andere Schwerpunktsetzung statt: anstelle von Wohnungseigentümergemeinschaften werden nun die leistbaren und gemeinwohlorientierten Mietmodelle gefördert. Dies führt zu einer stärkeren Vielfalt der Bewohner:innen hinsichtlich Alter, Beruf und Einkommen. So sagte eine Bewohner:in: „bei uns gibt es alles – vom Fliesenleger bis zum Universitätsprofessor“.
In diesem Sinne konnten wir eine Reihe von unterschiedlichsten Projekten, Nachbarschaftszentren, Neubauten und Bestandsbauten in unterschiedlichen Rechts- und Eigentumsformen kennenlernen:
Haus am Park | SOMAA – Wohnen für Geflüchtete
Magazin GbR – Revitalisierung eines denkmalgeschützten Gebäudes
Alte Weberei Carré: Ein neues Quartier am Gelände eines ehemaligen Industriegebiets
Wohnprojekt Heckpilot: das erste Neubauprojekt der Tübinger Dachgenossenschaft für gemeinschaftliches Wohnen
Wohnprojekt Prisma: ein Projekt aus dem Jahr 2006 in Eigenverwaltung
Das Vier-Häuser-Projekt des Mietshäusersyndikats
Was in Österreich noch Zukunft ist: in Tübingen ist gemeinschaftliches Wohnen ein selbstverständlicher Teil der Baukultur und in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

















